von Tanja Schumann (TU Berlin), März 2025
PMOs, oder Einzelgänger-Planeten, sind Planeten, die einsam, ohne Stern, durch das All ziehen. In den letzten Jahren haben Wissenschaftler immer mehr dieser seltsamen und faszinierenden Objekte entdeckt. Doch woher kommen sie? Sind diese Planeten ursprünglich ganz normal wie unsere entstanden? Welches Ereignis hat sie aus ihrer Heimat gerissen?
Und was noch besonders spannend ist: kann ohne Sternenlicht Leben auf solchen Planeten existieren?

Künstlerische Darstellung eines Einzelgänger-Planeten, der keinen Stern umkreist. Quelle: ESO/M. Kornmesser/S. Guisard unter CC BY 4.0.
Im Jahr 2021 veröffentlichte das Team um Núria Miret-Roig from Laboratoire d’Astrophysique in Bordeaux (Frankreich) eine Studie, in der sie über die Entdeckung von gleich 70 dieser vagabundierenden Planeten berichten. Dazu untersuchten sie 80.000 Bilder, die über eine Spanne von 20 Jahren aufgenommen wurden.
Ohne ihr Zentralgestirn, das sie beleuchtet, sind diese Planeten sehr schwer zu entdecken. Nur in den ersten zehn Millionen Jahren nach ihrer Entstehung sind Planeten von der Masse des Jupiters und bis zum 13-fachen seiner Masse noch heiß genug, um zu leuchten. Daher können sie mit Hilfe von Großteleskopen geortet werden.
Es gibt mehrere Theorien über den Ursprung solcher umherschweifender Exoplaneten. Aufgrund der statistischen Analyse der gefundenen Objekte schätzen die Forscher, dass zwei Mechanismen am wahrscheinlichsten sind: entweder eine gravitative Wechselwirkung innerhalb des Sternsystems, die zu einem Herauskatapultieren des Einzelgängers führte, oder der Kollaps einer Gaswolke, die zu klein war, um zur Bildung eines Sterns zu führen. Aber auch andere Mechanismen schließen die Astronomen nicht aus.
Zukünftige Beobachtungsdaten werden hoffentlich bald neue Erkenntnisse liefern.
Hier geht es zu einem Docu-Video von Harald Lesch zum Thema „Rogue Planets“ auf YouTube.
